Illa de Massa D´Or

Illa de Massa D´Or

Diese, dem Cap de Creus vorgelagerte Insel kann wohl ohne Übertreibung als die Schatzkammer des marinen Teils des Naturschutzgebiets „Parc natural Cap de Creus“ bezeichnet werden. Seit vor einigen Jahren die strengen Schutzbestimmungen erlassen wurden, ist gerade an den vorgelagerten Inseln eine beeindruckende Erholung der Fischbestände zu verzeichnen. So verfügt die Massa d’Or über Wälder von roten und weißen Gogonien, deren Äste die Größe der ausgebreiteten Arme eines Tauchers erreichen, über Blockgründe und Geröllfelder in denen ein Fotograf ohne Mühe zehn Zackenbarsche auf ein Foto bannen kann, über Barrakudaschwärme, deren Einzeltiere man an guten Tagen nach Tausenden zählen kann. Dem kritischen und ägyptenerfahrenen Taucher sei ans Herz gelegt: Wir befinden uns im Mittelmeer und im Jahr 2003!

Massa Die Massa d’Or jedoch weiß ihre Schätze gut zu hüten. Ihre exponierte Lage vor dem Kap macht es bei starkem Tramuntana oder Xaloc unmöglich an ihrer Küste zu ankern. Sich plötzlich ändernde Wetterlagen, für welche die Costa Brava bekannt ist, tun ihr übriges. Aber auch bei moderatem Wetter werden die Reichtümer der Massa d’Or durch große Tiefen und regelmäßig auftretende, starke Strömungen geschützt, die sie für den vorsichtigen Taucher unerreichbar machen.

Aus diesen Gründen sei dem interessierten Taucher geraten, diesen Tauchplatz nicht auf eigene Faust aufzusuchen, sondern mit einer der Tauchschulen aus Cadaqués, welche diese Insel bei gutem Wetter regelmäßig anfahren. Auch sollten wir bei Strömung einen ortskundigen Tauchgangsführer bemühen, da es uns unter Umständen, sollten wir den Anker verpassen, unmöglich sein wird, auch nur die letzten 10 Meter zum Boot zurück zu schwimmen. Die beiden nachfolgend beschriebenen Tauchgänge sind jedoch von erfahrenen Tauchern und auch bei moderater Strömung leicht durchzuführen. Das je nach Strömungsrichtung der Tauchgang natürlich gegen die Strömung begonnen wird, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Unser Ankerplatz liegt jeweils an der Westseite der Insel in der Nähe eines großen Felsens, der in unserem Basisjargon Feldherrenhügel genannt wird. (Die in der Karte vermerkten alternativen Ankerplätze können bei leichtem Tranuntana oder Xaloc angefahren werden; doch Achtung vor wechselndem Wetter!) Tauchen wir von hier aus in nördlicher Richtung zwischen dem Feldherrenhügel und der Insel hindurch, stoßen wir auf einen mächtigen Felsrücken, dessen Grat bis auf 6 m hinaufreicht und der an dieser Stelle von einem schmalen Canyon durchbrochen wird. Dieser Canyon ist bei einsetzender oder stärker werdender Strömung – zusammen mit einem weiteren in westlicher Richtung – die einzige Möglichkeit den Rücken gegen die Strömung zu queren, da oberhalb des Kamms der Düseneffekt dies nicht zulässt.

Am Ausgang dieses Canyons erblicken wir riesige Felsblöcke die bereits in geringer Tiefe dicht mit Gorgonien bestanden sind. Diese Blocklandschaft mit Schluchten, Durchbrüchen und Höhlen zieht sich entlang des oben beschriebenen Rückens in einem weiten Halbkreis in Richtung der Illa s’Encalladora. Wir tun gut daran, dieser Landschaft in einer Tiefe zwischen 15 und 30 m zu folgen und den Weg zwischen den Felsblöcken intuitiv zu wählen. Hierbei sollten wir nicht allzu intensiv unter den Steinen nach Getier suchen, da uns dabei der Barrakudaschwarm über uns oder die Zackenbarsche, die uns gerade in die Flossen beißen, entgehen. Am Entspanntesten ist es, sich oben auf einem Felsblock auf den blanken Fels zu legen um aus dieser erhöhten Position das bunte Treiben zu beobachten.

Zwingt uns unser zur Neige gehender Luftvorrat zum Umkehren, folgen wir dem steigenden Gelände bis zum Sockel des Felsrückens und folgen diesem im 12 m-Bereich in Richtung Insel. Hier bieten die großen Zahnbrassen und Wolfsbarsche gegen die erleuchtete Oberfläche ein eindrucksvolles Bild.

Bevor wir den Canyon erreichen, erkennen wir im Felsrücken eine Scharte, die sich auf dem Kamm in zwei parallele Furchen aufspaltet. Diese Furchen heißen im Basisjargon wegen ihrer Parallelität „Bahnschienen“ und bilden den zweiten Strömungsübergang. Der südwärtige Ausgang der Bahnschienen führt uns unterhalb des Feldherrenhügels auf eine Sandfläche. Folgen wir dem anschließenden Geröllhang hinauf zum Sockel der Insel, werden wir dort bei guter Sicht leicht unseren Anker wieder finden. Sollte dies nicht der Fall sein, können wir auch bequem zur Insel hinaufschwimmen und, nachdem wir dort dekomprimiert haben, zum Boot zurückschwimmen.

Wenden wir uns vom Ankerplatz aus nach Süden, folgen wir dem Hang aus großen Felsblöcken, der sich vom Sockel der Insel bis zu einem Sandkasten in 30 m Tiefe erstreckt, bis zum Ende des über Wasser sichtbaren Teils der Insel. Hier haben wir gute Chancen Zackenbarsche und alle Arten von Brassen zu beobachten. Sinken wir nun weiter in Richtung Süden ab, finden wir uns in einem Garten aus riesigen Gorgonien wieder. Die großen geometrischen Felsen, die dieses Gelände beherrschen sind teilweise unterhöhlt und gestatten auch bei Tag einen Blick auf einige in Dunkelheit lebende Tiere. Einer der größten Felsen liegt auf etwa 40 m und weist nach Osten; er bildet den Umkehrpunkt unseres Tauchgangs. Nachdem wir uns von dem beeindruckenden Hang aus roten und schneeweißen Gorgonien verabschiedet haben und vielleicht das Glück hatten einen der gelegentlich vorbeiziehenden Thunfisch- oder Bonitoschwärme zu entdecken, folgen wir dem steigenden Gelände hinauf zur Insel und ihren Abhängen mit den anschließenden Geröllfeldern zurück zu unserm Ankerplatz.

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